Presse

 

Kreis-Anzeiger  21.10.2015

„Unvergessliche Eindrücke“


AUSTAUSCH Büdinger Schüler verbringen eine Woche in rumänischer Partnerstadt Sebes / Freundschaften vertieft


 
Bürgermeister Adrian Alexandru Dancila und sein Stellvertreter Adrian Bogdan (Mitte) empfangen Schüler aus Büdingen und Sebes im Rathaus. 

BÜDINGEN - (co). Sieben Schüler des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums besuchten jetzt eine Woche Büdingens rumänische Partnerstadt Sebes/Mühlbach. Dort konnten sie die Freundschaften vertiefen, die beim Aufenthalt ihrer rumänischen Gastgeber kurz zuvor in Büdingen geknüpft worden waren. Lehrer Alexander Storch begleitete die Jugendlichen. Es war der siebte Schüleraustausch mit Sebes.

Die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Sebes/Mühlbach am Fuße der Karpaten und Büdingen ist vor acht Jahren besiegelt worden. Ihren Ursprung hat sie in den jahrelangen Kontakten der Kirchengemeinden Wolferborn, Michelau und Rinderbügen nach Petersdorf, einem Stadtteil von Sebes.

Die Gruppe erlebte unvergessliche Tage. Bürgermeister Adrian Alexandru Dancila und sein Stellvertreter Adrian Bogdan empfingen die Oberhessen im Rathaus. Sie waren tief beeindruckt von der herzlichen Gastfreundschaft. Die Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren absolvierten in Sebes und Umgebung ein umfangreiches Programm. Zudem statteten Rebecca Schlaszus und Jonas Rochnia gemeinsam mit Lehrer Alexander Storch dem Kinderheim des orthodoxen Pfarrers einen Besuch ab. Die Einrichtung, in der 16 Waisen und von ihren Eltern aus Armutsgründen ausgesetzte Kinder leben, wird vom Verein „Schüler helfen“ des Gymnasiums unterstützt. Die Jugendlichen bekamen dort gemeinsam mit Storch einen Eindruck davon, wohin die Spendengelder fließen und was damit gemacht wird. Übersetzt hat die Lehrerin Andreea Mucsi, die sich mit Kollegen des Sebeser Gymnasiums um die Oberhessen kümmerte.

Die sieben Büdinger lernten während einer Führung die Schule kennen, die mit etwa 1000 Schülern ungefähr so groß ist wie das Wolfgang-Ernst-Gymnasium. Sie nahmen mit ihren Partnern, die ganz gut Deutsch sprechen, am Unterricht teil, den die Lehrer dann extra in Deutsch oder Englisch hielten. Rebecca Schlaszus stellte in einem Vortrag ihre Heimatstadt vor. Zum Programm gehörte eine Stadtführung durch Sebes, ein Besuch im etwa 50 Kilometer entfernten Sibiu (Hermannstadt) und in der Festung Alba Iulia (Karlsburg), etwa 15 Kilometer von Sebes entfernt. „Die jahrhundertealte Anlage ist riesig und war vor Jahren noch vergraben. Mittlerweile sind alle Gebäude freigelegt. Wir waren sehr beeindruckt“, berichtete Storch.

In der Stadt Alba Iulia besuchten die Jugendlichen mit ihren Partnern einen Kletterpark. In Sebes hatten die Gastgeber zu zwei Grillfesten eingeladen. Eingebunden in die Aktivitäten waren auch immer Sebeser Jugendliche, die keine Partner aus Büdingen bei sich zu Hause aufgenommen hatten. Denn Anfang September waren 14 Sebeser in Büdingen und Umgebung. Sieben von ihnen waren bei Familien untergebracht, deren Kinder an früheren Austauschen teilgenommen hatten. „Die deutsch-rumänischen Gruppe ist wunderbar zusammengewachsen. Es hat alles gleich gepasst. Unsere Schüler haben unvergessliche Eindrücke mit nach Hause genommen. Sie wären am liebsten noch eine Woche bei ihren neuen Freunden geblieben“, freute sich Storch über die Intensität des Besuches. Er war zum ersten Mal in Sebes, hat vor Kurzem die Koordination des deutsch-rumänischen Austausches von Lehrer Alfred Franz übernommen, der demnächst in Pension geht. Storch hob hervor: „Am meisten fasziniert hat uns die enorme Gastfreundschaft, die ausgeprägte Besorgtheit um unser Wohlergehen und die sehr große Redebereitschaft.“

Kreis-Anzeiger  20.10.2015

Feierstunde im Zeichen der Freundschaft

 

GESCHICHTE Städtepartnerschaft zwischen Büdingen und Herzberg in Brandenburg besteht seit 25 Jahren / Erinnerungen

Mit einem Festakt wird die 25-jährige Verschwisterung Büdingen-Herzberg, die 20-jährige Städtepartnerschaft Herzberg-Soest und die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde mit der Lufttransportgruppe des Hubschraubergeschwaders 64, das in der Nachbarschaft von Herzberg stationiert ist, gefeiert.

HERZBERG/BÜDINGEN - (co). Herzberg, am 29. September 1990: Nur wenige Tage vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten unterzeichneten die damaligen Büdinger und Herzberger Bürgermeister Eberhard Bauner und Bernhard Willner die Urkunde zur offiziellen Partnerschaft zwischen den beiden Städten. Am Wochenende feierten Brandenburger und Oberhessen in Herzberg das 25-jährige Bestehen der Verschwisterung mit einem feierlichen Festakt und einem Markt.

Mit von der Partie war eine große Büdinger Delegation mit Erstem Stadtrat Manfred Hix, dem Vorsitzenden des Verschwisterungsvereins Siegfried Wanowski und dem Büdinger und Herzberger Ehrenbürger Jules August Schröder an der Spitze. Gleichzeitig stand die Feier zur 20-jährigen Städtepartnerschaft mit Herzbergs nordrhein-westfälischer Partnerstadt Soest an. Zudem kam es zur Unterzeichnung einer Patenschaftsurkunde mit der Lufttransportgruppe des Bundeswehr- Hubschraubergeschwaders 64 im Herzberger Nachbarort Holzdorf.

Erlebte Zeitgeschichte, bedeutend für Deutschland und die globalen Ost-West-Beziehungen, fand am Samstag während des Festaktes in der Stadthalle ihren Niederschlag in sehr persönlichen Reden der Männer, die den Mauerfall und die Wiedervereinigung miterlebt hatten und konkret an Aufbau und Umgestaltung der Herzberger Verwaltung beteiligt waren.

In ihren Reden erinnerten Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk und Manfred Hix an die Anfänge der Freundschaft zwischen Büdingen und Herzberg, die bereits vor 70 Jahren gleich nach dem Krieg zwischen den beiden Kirchengemeinden aufgenommen wurde. Eine offizielle Partnerschaft zwischen der damaligen DDR-Stadt und dem oberhessischen Büdingen hatte das DDR-Innenministerium 1988 abgeblockt, doch gleich nach der Maueröffnung reiste am 16. Dezember 1989 eine Herzberger Delegationen nach Büdingen. Anfang Januar 1990 besuchte zunächst die Büdinger SPD und dann die CDU Herzberg. Von Anfang an dabei war Jules August Schröder, der nun zum 140. Mal in Herzberg war und seit einiger Zeit Ehrenbürger der brandenburgischen Stadt ist. Er bekannte in seinem Grußwort: „Nach meiner Geburtsstadt Hamburg und meiner Lebensstadt Büdingen ist Herzberg meine dritte Heimat.“

Oecknigk erinnerte an den Verwaltungsaufbau in Herzberg mithilfe von Büdinger und Soester Verwaltungsfachleuten, an internationale Kontakte mit den Büdinger Partnerstädten Loudéac und Tinley Park. Er nannte auch die große Hilfe durch die Büdinger Feuerwehr beim Elbe-Hochwasser im August 2002, von dem Herzberg stark betroffen war, da die Elster ein Nebenfluss der Elbe ist. Allen Mitwirkenden und Helfern aus Büdingen und Soest beim Aufbau neuer Strukturen sprach er seinen Dank aus und insbesondere Jules August Schröder, der über 60 jungen Leuten eine Ausbildung in Büdingen und Umgebung vermittelt hatte, weil es in Herzberg keine Möglichkeiten gab. Daraus sind enge Freundschaften und sogar Ehen entstanden.

Außer Oecknigk, Hix und Schröder sprachen auch der Soester Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, zwei weitere Ehrenbürger der Stadt und Wolfgang Ehlers, Soester Verwaltungsmann der ersten Stunde in Herzberg. Manfred Hix machte deutlich, dass „eine Städtepartnerschaft vom Engagement der Bürger lebt. Ihr Einsatz, ihr Interesse sind die tragenden Elemente“.

Genau das ist bei den herzlichen Begegnungen zur „Silberhochzeit“ der Städtepartnerschaft deutlich geworden. Denn mit Ilka Stürtz, Trautel Sellheim und Traudel Kalkhof waren drei Eckartshäuser Landfrauen dabei, die hausgemachte Produkte anboten. Jamie Barnett von der Jugendhilfe und Mira Weiß von der Schulsozialarbeit waren ebenso mitgereist wie Sabine und Guido Ebelshäuser von der Büdinger Turnerschaft sowie Elke und Wilfried Appel und Alex Grunewald für die Tourist-Information. Auch Vorstandsmitglieder des Verschwisterungsvereins waren mit von der Partie. Die Büdinger Drumband spielte sich in die Herzen der Herzberger. Während eines Workshops am Sonntag vereinbarten die Büdinger und die Herzberger eine Kooperation in der Jugendarbeit. So soll nächstes Jahr ein gemeinsames Jugendcamp in Büdingen stattfinden, 2017 dann eines in Herzberg. Die Turnerschaft Büdingen und die Herzberger Volleyballer wollen ebenso zusammenarbeiten.

Gleichermaßen vereinbarten beide Seiten die gegenseitige Teilnahme an sportlichen wie kulturellen Veranstaltungen. So wollen Herzberger zum Beispiel zur Kulturnacht, zum Triathlon und zu einigen Ausstellungen nach Büdingen kommen.

 

Elke Appel und Alex Grunewald von der Tourist-Information sowie Ilka Stürtz, Trautel Sellheim und Traudel Kalkhof (v.l.), Landfrauen aus Eckartshausen, bieten in Herzberg Büdinger Produkte an.
 
 
 
Bei der Herzberger Feuerwehr waren jahrelang die alte Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug der Büdinger Wehr im Einsatz.

 

Kreis-Anzeiger  20.10.2015

Festsplitter

"Bullenauge"

Toller Nebeneffekt der „Silberhochzeitsfeier“ in Herzberg: Die Büdinger machten Bekanntschaft mit einer Delegation aus Soest. Seit 20 Jahren besteht eine Sädtepartnerschaft zwischen Herzberg und der Stadt in Nordrhein-Westfalen. Die Soester waren in den Verwaltungsaufbau Anfang der 1990er Jahre eingebunden, zudem gibt es seit 23 Jahren jährlich gemeinsame Kunstausstellungen. Zum Jubiläum waren Werke Soester Künstler in Herzberg zu sehen. Elke Appel von der Büdinger Tourist-Information, die Landfrauen und weitere Oberhessen knüpften Kontakte mit den Standnachbarn im Stadthallenfoyer und luden die Soester nach Büdingen ein, die gerne kommen wollen. Bekanntschaften machten die Büdinger dabei auch mit dem „Soester Bullenauge“, einem Mokkalikör, der mit Sahne genossen dem Auge eines Stieres gleicht. Dem sollte man allerdings nicht zu tief ins Auge schauen, beim „Soester Bullenauge“ darf man das schon.

 

"Die Stasi

Jules August Schröder wollte die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 unbedingt in Herzberg feiern. Nach einer Panne kam er dort mit Freunden etwas verspätet dort an und trat „in einem wunderschönen Ledermantel, in dem ich mich sehr wohl fühlte“, zu einem Grußwort ans Mikrofon. Da hörte er hinter sich flüstern: „Guck mal, die Stasi ist auch schon da“. Den Mantel hat er nie mehr getragen.

 

Küsse

Den Frosch geküsst hat die eine oder andere Herzbergerin am Samstag am Stand des Büdinger Tourismusbüros – voller Hoffnung, ihren Prinzen zu finden. Die Verwandlung blieb aus, aber ihren Spaß hatten dabei alle, auch der Mann im Froschkostüm: Alex Grunewald, Praktikant im Tourismusbüro.

 

Latwerge

Die Latwerge der Eckartshäuser Landfrauen bot reichlich Gesprächsstoff. „Nein, nicht Pflaumenmus, sondern acht Stunden im Kessel gekocht und dauernd gerührt“, erklärte Ilka Stürtz den fragenden Besuchern. Dass Latwerge offensichtlich eine weit verbreitete Möglichkeit zur Haltbarmachung von Zwetschgen ist, stellte sich beim Plausch mit Frauen aus Soest heraus, die die Latwerge früher auch stundenlang mit einem speziellen Kochlöffel gerührt haben.

 

 Manfred Hix (l-) überreicht Michael Oecknigk einen Sandstein-Frosch. 


 

Kreis-Anzeiger  10.10.2015

Immer gut: Spezialitäten aus Oberhessen

FREUNDSCHAFT Delegation auf Braderie in französischer Partnerstadt Loudéac / Verschwisterungsvereine arbeiten Seite an Seite

Auf der Braderie: Elmar und Meike Welling, Robert Rault, Helmut Schnierle, Leon Eichenauer, Adel Abdel-Nour (v.l.) und die drei Damen des Comités.  Foto:Eichenauer
 

BÜDINGEN - (co). Ein fester Termin im Jahreslauf der deutsch-französischen Freundschaft ist stets die Braderie in Büdingens Partnerstadt Loudéac im Herzen der Bretagne. Auch dieses Jahr besuchte mit Stadtrat Elmar Welling und Gattin Meike sowie Adel Abdel-Nour, Leon Eichenauer und Dr. Peter Steinbrecher eine kleine Delegation das Fest, das mit dem früheren Büdinger Altstadtfest zu vergleichen ist. 

Die Büdinger, unter ihnen auch Helmut Schnierle, der seinen Urlaub dort verbrachte, unterstützten das „Comité de Jumelage“, den dortigen Verschwisterungsverein, an seinem Stand. Seit fast drei Jahrzehnten verkaufen Freunde aus Deutschland und Frankreich, Mitglieder der beiden Verschwisterungsvereine, auf dem Fest gemeinsam oberhessisches Fassbier, das die Bretonen gerne trinken. Dazu werden Hausmacher Wurst und Brot aus Büdingen gereicht. Die Spezialitäten kommen immer gut an. Das alles hatten die Büdinger im Gepäck, zudem Hausmacher Gurken aus Eckartshausen. Der Erlös aus dem Verkauf des Bieres wandert in die Kasse des „Comité de Jumelage“. Bei bestem Wetter unter bretonischer Sonne fand der Stand auch dieses Jahr wieder regen Zuspruch, dient er doch als Treffpunkt, oberhessisch-bretonische Freundschaft zu pflegen.

Nach zwölfstündiger Fahrt war die Delegation von Robert Rault, dem Vorsitzenden des Loudéacer Comité, und weiteren Freunden begrüßt worden. Er dankte, dass sie wieder den langen Weg auf sich genommen hatte, um während der Braderie zu helfen. Auch Bürgermeister Gerard Huét sprach während eines kleinen Empfangs den Büdingern und den Mitgliedern des Loudéacer Verschwisterungsvereins seinen Dank aus, die über 30-jährige Freundschaft zwischen den beiden Städten durch regelmäßige Austausche lebendig zu halten. Dazu gehöre auch der alljährliche Schüleraustausch, bei dem Jugendliche die jeweilige andere Kultur kennen lernen.

Stadtrat Elmar Welling übermittelte die Grüße von Bürgermeister Erich Spamer, Erstem Stadtrat Manfred Hix und Stadtverordnetenvorsteher Bernd Luft und überreichte Geschenke. Bevor am Sonntag Dienst am Stand geschoben wurde, hatten die Bretonen am Samstag ihre Büdinger Freunde zu einem Ausflug zum benachbarten Lac de Guerlédan eingeladen. Das Wasser des Stausees, der etwa 15 Kilometer von Loudéac entfernt liegt, war im Frühjahr zu Reinigungszwecken abgelassen worden, sodass sich interessante Einblicke ergaben. Denn dort traten alte Ruinen des überfluteten Dorfes zutage. Die Büdinger genossen die wie immer herzliche französische Gastfreundschaft, für die Elmar Welling und Adel Abdel-Nour im Namen der Delegation herzlich dankten.


 

 Kreis-Anzeiger  26.09.2015

Große Vorfreude auf Wiedersehen

FREUNDSCHAFT Schüler aus Büdingens rumänischer Partnerstadt Sebes/Mühlbach zu Besuch / Umfangreiches Programm

Die Stadt hatte für die Jugendlichen aus Sebes und deren Büdinger Freunde einen mittelalterlichen Abend am Bollwerk organisiert. Foto: Eichenauer

BÜDINGEN - (co). Inzwischen prägen auch viele junge Menschen die Verschwisterung mit der Partnerstadt Sebes/Mühlbach. Seit sieben Jahren reisen Büdinger Schüler regelmäßig nach Sebes. Umgekehrt kommen seit einiger Zeit auch Jugendliche aus Rumänien nach Oberhessen. Jetzt waren wieder 14 Rumänen mit ihren Lehrerinnen Andreea Mucsi und Ioana Barbu zugast. „Es ist sehr schön hier, wir haben Freunde gefunden und freuen uns auf das Wiedersehen“, schwärmten Oana Rotaru, Mihai Cata und Robert Joan Popa aus Sebes während eines mittelalterlichen Abends am Bollwerk für die Rumänen, ihre Freunde und deren Eltern, den die Stadt organisiert hatte.

Nicole und Axel Friedersdorf vom Mittelalterverein hatten Schwertkämpfe vorgeführt und die Schüler mitkämpfen lassen. Untergebracht waren die Jugendlichen, die ganz gut Deutsch sprechen, bei ihren Austauschpartnern und in Familien, deren Kinder bereits in vergangenen Jahren Sebes besucht hatten. „Wir sind dankbar, dass auch diese Familien rumänische Schüler aufgenommen haben. So konnten alle 14 jungen Leute, die Interesse an einem Aufenthalt in Büdingen hatten, auch herkommen“, erläuterte Alfred Franz, der schon ein paar Mal mit Schülergruppen des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums in Sebes war.

Die im Jahr 2007 offiziell besiegelte Partnerschaft mit der Stadt in Siebenbürgen ist auf Kontakte über die Kirchengemeinden Michelau/Wolferborn und Rinderbügen zurückzuführen. Federführend dabei und beim ersten Schüleraustausch vor sieben Jahren war Ulrich Engler, bereits verstorbener, unvergessener Lehrer am Gymnasium. Von ihm hatte Franz, der nächstes Jahr in Pension geht, die Koordination des Austauschs übernommen. Alexander Storch, ebenfalls Lehrer am Gymnasium, ist sein Nachfolger und reist jetzt mit der Gruppe nach Rumänien.

Die Sebeser Schüler absolvierten während ihres einwöchigen Aufenthaltes in Büdingen ein umfangreiches Programm. In der Schule wurden sie vom stellvertretenden Schulleiter Ulrich Busch empfangen und nahmen am Unterricht teil. „Wir haben ein bisschen verstanden und konnten dem Unterricht folgen“, sagte Robert. Bürgermeister Erich Spamer und Siegfried Wanowski, der erst Ende August mit einer kleinen Delegation in Sebes war, begrüßten die Jugendlichen im Namen der Stadt und des Verschwisterungsvereins. Eine Führung durch die Altstadt, gemeinsames Kegeln, eine Besichtigung der Stadtbücherei und Sport im Klettergarten an der Jugendherberge standen ebenfalls auf dem Programm. Großen Eindruck hinterließ der Besuch der Ronneburg bei den jungen Leuten. Einen Tag verbrachten sie in Frankfurt, wo sie der Blick vom Maintower auf die Stadt und die Umgebung begeisterte. Sie besuchten die Paulskirche, den Dom und den Römer, dann ging es zum Shopping auf die Zeil. Den Abschluss des einwöchigen Aufenthaltes bildete ein gemeinsames Grillfest in Michelau. Am selben Abend fuhren die Gäste mit dem Bus wieder zurück in ihre etwa 1500 Kilometer entfernte Heimat.


 

Kreis-Anzeiger  5.9.2015

 Schule und Vereine suchen Kontakt nach Büdingen

PARTNERSTADT Delegation besucht Stadtfest im rumänischen Sebes / Spendenübergabe

Die Jungen und Mädchen sowie der Pfarrer des Kinderheims freuen sich über den Spendenscheck, den die Büdinger Delegation überreicht hat.  Foto: Eichenauer

 

(co). „Wir waren sehr beeindruckt von der Gastfreundschaft unserer rumänischen Freunde.“ Siegfried Wanowski, Vorsitzender des Büdinger Verschwisterungsvereins, erinnert sich gerne an die jüngste Reise in die Partnerstadt Sebes. Eine kleine Delegation besuchte dort das Stadtfest. Die Tour in die Stadt am Fuße der Karpaten hatten die beiden Stadtverordneten Matthias Kaiser und Wolfgang Faust sowie Siegfried Wanowski und Vorstandsmitglied Marcel Guth angetreten. Sie trafen in Siebenbürgen unter anderem auf Ronalt Pfaff, der aus dem Sebeser Stadtteil Petersdorf kommt und seit mehr als 20 Jahren in Michelau eine Heimat gefunden hat.

Aus den Verbindungen zwischen Petersdorf und den Kirchengemeinden Wolferbom, Michelau und Rinderbügen hat sich vor acht Jahren die offizielle Städtepartnerschaft entwickelt. In Petersdorf besuchten die Büdinger jetzt den Sonntagsgottesdienst.

Mit im Gepäck hatte die Gruppe einen Scheck in Höhe von 400 Euro für das Kinderheim in Sebes, das ein orthodoxer Pfarrer in seinem Pfarrhaus für eltemlose und von der wegen kaum verstellbarer Armut von der Familie ausgestoßene Kinder eingerichtet hat. Derzeit leben 16 Kinder zwischen fünf und 16 Jahren dort, haben einfache Zimmer und können die Schule besuchen. Der Pfarrer richtete in dem Haus eine kleine Bäckerei ein, in der Brot und.andere Backwaren hergestellt und verkauft werden. Damit kann ein Teil der Kosten finanziert werden. Der Betrag, den die Büdinger mitnahmen, kam durch Spenden von Bürgern der ehemaligen Kreisstadt zusammen. Auch das Projekt „Schüler helfen“ des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums hilft dem Waisenhaus. Wanowski erläutert, „dass von büdinger Seite aus die Übernahme einer Patenschaft für eine besonders begabte Schülerin geprüft wird, um sich an den Kosten für ihren Besuch einer höheren Schule zu beteiligen“. Die oberhessische Delegation zeigte sich sehr beeindruckt von der Arbeit des Pfarrers und der „angenehmen Atmosphäre in dem Waisenhaus“.

Mittelalterszene

Am Stadtfest nahmen auch Gäste aus den Sebeser Partnerstädten in Ungarn und der Slowakei und aus der Partnerstadt Bruntál teil. Mit ihnen tauschten sich die Büdinger ebenfalls aus und liefen beim Festzug mit. Auf dem Programm standen zudem Gespräche mit Vertretern der rumänischen Städte Tirgu Neamt in den Karpaten und Ardud im Nordwesten des Landes. Beide

Städte haben Mittelaltervereinigungen und suchen Kontakte zum Büdinger Mittelalterverein, die der Verschwisterungsverein vermitteln wird.

Die Büdinger führten zudem Gespräche mit dem Direktor einer neuen deutschen allgemeinbildenden Schule in Sebes. Dort werden alle Fächer deutscher Sprache unterrichtet, sie entspricht etwa einer Realschule. Die Schule würde sich über Kontakte mit der Büdinger Schule am Dohlberg freuen, die Wanowski mit Rektor Tobias Michel herstellen wird.

Die Freunde aus Bruntál haben die Büdinger zu einem ]ugend- und Seniorenfußball-Tumier im Dezember in ihre Stadt eingeladen. Sehr gerne würde der Bruntáler Seniorenclub Verbindungen zur Initiative „Aktiv in Büdingen“ aufnehmen.

 

Ausflüge zur Festung Alba Iulia, in die Südkarpaten, zu einem Wasserwerk und in das Naturreservat „Rapa Rosie“ rundeten den Aufenthalt ab. Zudem machten die Büdinger auf der Rückreise in Sibiu (Hermannstadt) Station, von wo aus der Rückflug angetreten wurde. „Der Besuch; hat sich wieder gelohnt. Wir haben viele Aktivitäten für die nächsten Jahre besprochen und vor allem unsere Freundschaft vertieft“, berichtet Wanowski. So könnten Gäste aus Sebes am Turnier der Tanzgruppen des Büdinger Carneval Clubs (BCC) ebenso teilnehmen wie an der Kulturnacht und am Triathlon.

 


 

 

Kreis-Anzeiger  22.08.2015

Geschichte aufgearbeitet, Vorurteile abgebaut

GEMEINSCHAFT Büdinger Jugendliche erleben in Frankreich interkulturelle Zusammenarbeit

Für die Büdinger Schülerinnen (l.) war das internationale Jugendcamp eine tolle Erfahrung. Gegen eine Wiederholung des Jugendcamps hätten sie nichts einzuwenden. Foto: Eichenauer

 

(co). „Sollte ein internationales Jugendcamp dieser Art noch einmal angeboten werden, wären wir sofort wieder dabei“, sagten Lynn Hamburger und Afia Malik, zwei der sechs Oberstufen-Schülerinnen des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums, die jetzt im bretonischen Trévé gemeinsam mit jeweils sechs Jugendlichen aus Frankreich und dem Senegal zehn Tage an einem historischen Projekt gearbeitet haben. Der Büdinger Verschwisterungsverein hatte die Teilnahme der Schüler am Jugendcamp initiiert und alle Formalitäten koordiniert. Als Betreuer begleiteten Nele Bauriedl und Leon Eichenauer vom Verein die jungen Mädchen.

Gemischte Teams

Spannend war für alle die interkulturelle Kommunikation und Kooperation im Jugendcamp, das von „Erasmus plus“, einem Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union, in Kooperation mit der „Ligue de l’enseignement – Zukunft durch Bildung“ des Departements Cotes d’Armor organisiert wurde. Doch die französischen, senegalesischen und deutschen Jugendlichen arbeiteten nicht nur in gemischten Teams am Thema. Auch die gesamte Alltagsorganisation, wie die Zubereitung des Frühstücks, Kochen, Spülen und Saubermachen erledigten interkulturelle Dreierteams. „Das hat prima geklappt“, berichteten die Büdinger Schülerinnen. Zu ihnen gehören auch Aileen Ruth, Carolin Pfeffer, Laura Nixdorf und Anna-Lena Weinel.

In der Freizeit tauschten sich die Jugendlichen aus den drei Ländern aus, spielten Fußball, gingen spazieren und saßen zusammen am See. Jede Nation bereitete zudem ein landestypisches Essen zu. Die jungen Leute aus Büdingen kamen gut an mit ihrer Grünen Soße und Kartoffeln.

Trévé liegt im Herzen der Bretagne und ist nur fünf Kilometer von Büdingens Partnerstadt Loudéac entfernt. So stand auch ein Ausflug an die rosa Küste und den Strand in Binic auf dem Programm.

Die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren befassten sich mit einer Sache, die alle drei Nationen betrifft: Im Zweiten Weltkrieg kämpften Soldaten aus dem Senegal, damals noch französische Kolonie, auf französischer Seite gegen Deutschland und sollten im Dezember 1944 nach ihrer Rückkehr in das Lager Thiaroye bei Dakar Entschädigungen von Frankreich erhalten. Diese wurden ihnen jedoch von den Kolonialbeamten verweigert. Bei dem Aufstand der Senegalesen dagegen wurde zahlreiche der ehemaligen Soldaten von den Franzosen erschossen. Dieses nicht einfache Thema bearbeiteten die jungen Leute in drei „Ateliers“: Eine Gruppe machte Fotos dazu, eine zweite drehte ein Video, und eine weitere Gruppe schrieb einen Text dazu. Die Jugendlichen trafen sich mit dem Bürgermeister von Trévé und einem Zeitzeugen aus der Stadt.

Präsentiert wurden die Arbeiten der Teams am vorletzten Abend vor einem größeren Publikum in der Stadthalle von Trévé, unter ihnen auch mehrere Vorstandsmitglieder des Loudéacer Verschwisterungsvereins und Armelle Mabon, Historikerin der Universität Bretagne Süd, sowie ein Vertreter der Liga der Menschenrechte. Sie dankten den Jugendlichen für diese historische Aufarbeitung und das „zukunftsträchtige Miteinander im Camp“. Für Carolin Pfeffer war die Kooperation mit Jugendlichen aus anderen Nationen eine sehr gute Erfahrung. Im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger sagte sie: „Die Kommunikation in Französisch und Englisch war kein Problem, alle waren offen, sind aufeinander zugegangen und haben sich gegenseitig geholfen. Wir sind ein tolles Team geworden, alle zusammen und auch wir Büdinger Mädels untereinander.“

Wichtige Erfahrungen

Wie Carolin, Afia und Lynn betonten, „war es super, mit Jugendlichen aus anderen Nationen zusammenzuarbeiten, den Alltag zu organisieren, die Freizeit gemeinsam zu verbringen und zu diskutieren. Das ist was ganz Anderes als nur Ferien und war viel intensiver“. Lynn fügte noch hinzu: „Es war toll, dass wir die verschiedenen Kulturen kennengelernt haben und Klischees und Vorurteile abgebaut wurden, die wir hatten“. Afia berichtet zudem: „Wir haben viel dazu gelernt und neue Freunde gefunden. Ich bin eigenständiger geworden, kann jetzt besser auf Leute zugehen, auch wenn sie noch richtige Fremde sind – das waren wir dort ja erst untereinander, aber es hat gut geklappt, und es haben sich tolle Freundschaften entwickelt. Es gab sogar Tränen beim Abschied.“

Die internationale Trévé-Gruppe hat über WhatsApp weiterhin Kontakt untereinander, Franzosen, Senegalesen und Büdinger schreiben sich und tauschen sich untereinander aus – und wollen am liebsten später noch mehr zusammen machen.

  


 

Kreis-Anzeiger  08.08.2015

Geschichte und Kulturen verstehen und verbinden

JUGENDCAMP Büdinger Gruppe zehn Tage in Frankreich

 

Die jungen Leute starten ins 1100 Kilometer entfernte Trévé, das fünf Kilometer von Büdingens Partnerstadt Loudéac in der Bretagne entfernt liegt. Foto: Eichenauer

(co). Sechs Schülerinnen des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums nehmen mit jungen Menschen aus Frankreich und dem Senegal derzeit an einem internationalen Jugendcamp in Trévé in der Bretagne teil. Als Betreuer der Büdinger Jugendlichen sind Nele Bauriedl und Leon Eichenauer vom Verschwisterungsverein dabei. Beide waren schon häufig in Büdingens Partnerstadt Loudéac, das nur fünf Kilometer von Trévé entfernt liegt. Organisiert und gefördert wird das Camp von Erasmus plus, dem Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union in Kooperation mit der „Ligue de l’enseignement – Zukunft durch Bildung“ des Departements Cotes d’Armor im Herzen der Bretagne.

Auf Anregung der Verschwisterungsvereine aus Loudéac und Büdingen nehmen Jugendliche an dem Projekt teil. Die jungen Leute, jeweils sechs aus den drei Ländern, leben zehn Tage gemeinsam im Jugendcamp und befassen sich mit einem historischen Thema, das alle drei Nationen betrifft. Dabei geht es um die Erinnerung an das Massaker von Thiaroye bei der senegalesischen Hauptstadt Dakar im Dezember 1944. Soldaten aus dem Senegal, damals noch französische Kolonie, hatten auf französischer Seite im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland gekämpft. Im November 1944 wurden sie in den Senegal zurückgebracht und fanden Aufnahme im Camp de Thiaroye. Kolonialbeamte verweigerten ihnen die zugesagte Entschädigung für ihren Einsatz für Frankreich. Als die Lagerinsassen dagegen revoltierten, wurden viele von ihnen erschossen. Zu diesem Thema werden die Jugendlichen aus den drei Ländern in Trévé diskutieren und in Arbeitsgruppen ein Video erstellen, eine Fotoausstellung aufbauen und einen journalistischen Text verfassen. Begegnungen mit Kommunalpolitikern und Vertreter regionaler Vereine der Cotes d’Armor werden zudem zur Auseinandersetzung mit den Fragen beitragen.

Ein mindestens genauso wichtiger Aspekt des Camps ist das Kennenlernen fremder Kulturen, Diskussionen über ihre Unterschiede und deren Ursachen und Unternehmungen über die „geschichtliche Arbeit“ hinaus. Die jungen Leute kochen, essen und verbringen ihre Freizeit zusammen, jede Gruppe stellt ihr Land vor und bereitet ein landestypisches Abendessen zu. Gemeinsame Sprache ist Französisch.

Die Büdinger Schülerinnen lernen die Sprache am Gymnasium. Die Mädchen freuten sich sehr auf die Begegnung mit französischen und senegalesischen Jugendlichen in der Bretagne. Anna-Lena Weinel aus Lorbach, die vergangenes Jahr im Zuge des Schüleraustausches in Loudéac war, war gespannt darauf, andere Kulturen kennenzulernen und zu erfahren, wie sich das Leben dieser Jugendlichen von ihrem unterscheidet. Lynn Hamburger aus Aulendiebach freute sich ebenfalls darauf, „wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammentreffen, mit ihnen zusammen zu arbeiten, zu kochen und Spiele zu machen“. Die Bleichenbacherin Laura Nixdorf ist außer an dem Zusammentreffen mit Gleichaltrigen aus Frankreich und dem Senegal auch besonders an den geschichtlichen Themen und den Diskussionen dazu interessiert. Mit von der Partie sind auch Afia Malik und Aileen Ruth aus Eckartshausen und Carolin Sabine Pfeffer aus Lindheim.

 


 

Kreis-Anzeiger  07.08.2015

„So lange ich Fußball spielen kann, ist alles ok“

AUSTAUSCH Der 16-jährige Paul Harmann verbringt zehn Monate in US-Partnerstadt Tinley Park

 

Aus Rohrbach in die große Welt: am Sonntag reist Paul Harmann für zehn Monate in die Büdinger Partnerstadt Tinley Park in den USA

 

(co). Die Koffer sind gepackt, alle Tests absolviert, die Impfungen überstanden: Am Sonntagmorgen geht es endlich los. Paul Harmann aus Rohrbach fliegt nach Chicago und wird zehn Monate in Büdingens amerikanischer Partnerstadt Tinley Park verbringen, die etwa 40 Kilometer von der Metropole am Michigansee entfernt liegt. Anfang Juli hat der Teenager 16. Geburtstag gefeiert, doch bereits seit zwei Jahren verfolgt er das Vorhaben, den „American way of life“ einmal hautnah zu erleben.

Nicht dass der ihm gänzlich fremd wäre, denn während Familienurlauben war er schon an der Westküste, im Grand Canyon, in New York, Washington, Toronto und an den Niagara Fällen, „aber ich möchte mal das normale Familien- und Schulleben kennen lernen“. Ausschlaggebend für sein Vorhaben war die Begegnung mit den ersten Austauschschülern aus Tinley Park, die im Sommer vor zwei Jahren Büdingen besucht haben. „Da hab’ ich mir das in den Kopf gesetzt“, sagt Paul Harmann grinsend, „und meine Familie hat mitgezogen. Wir haben nur noch überlegt, in welchem Schuljahr ich nach Amerika gehen könnte oder ob es erst nach der Schule sein sollte“.

„So bald als möglich“, lautete dann der klare Plan des Schülers, der jetzt in die elfte Klasse am Wolfgang-Ernst-Gymnasium gekommen wäre, wenn er nicht in die USA gehen würde. „Die Elf mach’ ich dann nächstes Jahr, wenn ich zurückkomme.“ In Tinley Park wird er mit der gleichaltrigen Tochter seiner Gastfamilie die High-School besuchen, die vergleichbar mit einem Gymnasium ist.

Zu seiner Gastfamilie gehören noch ein weiteres Mädchen und ein Sohn. Er hat sich mit der Familie schon ein paar Mal per E-Mail ausgetauscht und Emely, die gleichaltrige Tochter, hat ihn in Sachen Schule auf dem Laufenden gehalten. Zu einer Hochzeit und einem Konzert ist er auch schon eingeladen, zudem hat er während des Aufenthaltes von Schülern aus Tinley Park in Büdingen im Juni schon ein paar junge Leute kennengelernt.

Paul Harmann weiß, dass er in eine sehr sportliche Familie kommt. Das gefällt dem 16-Jährigen. „So lange ich Fußball spielen kann, ist alles ok.“ Bis vor Kurzem war er in der JSG Hardeck aktiv. Auch wenn es für Mutter Daniela nicht einfach ist, ihren Sohn so lange gehen zu lassen, so freut sie sich doch mit ihm: „Respekt“, sagt sie anerkennend, „auch unsere Freunde ziehen vor ihm den Hut, dass er so jung alleine für zehn Monate in die USA geht. Aber er ist ein weltoffener Mensch“.

Unterstützung bei der Organisation des Aufenthaltes erhielt die Familie vom Büdinger Verschwisterungsverein und der Sister-City-Comission in Tinley Park. Denn es waren jede Menge Formulare auszufüllen. Edda Degenhardt vom Vereinsvorstand bereitete ihn auf die Englisch-Tests vor, die er vor der Zulassung zur Reise absolvieren musste, und half beim Ausfüllen des 30-seitigen Formulars und weiteren Schritten. Laura Elster arbeitete von Tinley Park aus mit der Austauschorganisation Sister-Cities-International, über die Paul in die USA reist, zusammen. Ein umfangreicher medizinischer Test war notwendig, Visum, Vorsprache beim Konsulat, Krankenversicherung, Kontoeröffnung, Handyvertrag, Einverständnis der Schule hier und dort, und, und, und.

Aber jetzt ist alles unter Dach und Fach. Am Sonntag hebt um 10.45 Uhr der Flieger nach Chicago ab, wo ihn seine Gastfamilie sicher in ihre Arme schließen wird.

 


 

Kreis-Anzeiger  05.08.2015

Schüler unterstützen rumänisches Kinderheim

VERBUNDENHEIT Verschwisterungsverein und Verein „Schüler helfen“ arbeiten zusammen

Jonas Rochnia, Melissa Kraus, Denise Ebelshäuser, Theresa Haas und Mariella Kraus (vorne, v.l.) sind fünf der sieben Schüler, die im September nach Sebes fahren. Alfred Franz, Siegfried Wanowski, Alexander Storch und Steffen Krapp unterstützen den Austausch und die Hilfsprojekte. Foto: Eichenauer

(co). Die Verbindung von Büdingen zur rumänischen Partnerstadt Sebes/Mühlbach wird mit immer mehr Leben gefüllt. Jüngstes Beispiel ist die Unterstützung eines Kinderheims, das ein orthodoxer Pfarrer in seinem Pfarrhaus für besonders arme Kinder und Waisenkinder eingerichtet hat. Eines der drei Projekte, die der neue Verein „Schüler helfen“ des Büdinger Wolfgang-Ernst-Gymnasiums unterstützt, ist eben dieses Kinderheim. Die Arbeit läuft in Kooperation mit dem Verschwisterungsverein.

„Wir sind von der Initiative der Schüler sehr beeindruckt. Wir wollen ihnen und somit den Kindern helfen“, sagte Vorsitzender Siegfried Wanowski. Zustande kam der Kontakt zum Kinderheim, als mehrere Büdinger Jugendliche vergangenes Jahr mit ihrem Lehrer Alfred Franz zum Schüleraustausch in Sebes waren. Sie fanden es klasse, was der Pfarrer mit wenigen Helfern und gemeinsam mit den Kindern auf die Beine stellt, erkannten jedoch sofort, dass es an vielem fehlt.

Im Pfarrhaus erhalten Kinder und Jugendliche Unterkunft und Verpflegung, dort teilen sie sich mehrere sparsam, aber gemütlich eingerichtete Zimmer. Zudem können sie eine Schule besuchen. Der Pfarrer richtete in einem ehemaligen Büroraum eine Bäckerei ein. Dort backen die Kinder und Jugendlichen Brot. Mit dem Verkauf werden Essen und Unterkunft mitfinanziert. Das Geld reicht jedoch nicht aus, um den täglichen Bedarf zu decken, weshalb Spenden gebraucht werden.

Neben den Kindern und Jugendlichen, die im Haus wohnen, werden weitere Personen täglich mit Essen versorgt und betreut. Wenn eine kleine Delegation des Büdinger Verschwisterungsvereins vom 19. bis 24. August zum Stadtfest nach Sebes reist, hat sie 400 Euro für das Kinderheim im Gepäck, die aus Spenden von Mitgliedern und Freunden des Vereins zusammengekommen sind. Darüber hinaus werden Gespräche geführt, in denen es um die Übernahme einer Patenschaft für ein besonders begabtes Mädchen geht, damit es eine weiterführende Schule besuchen kann.

Der Schüleraustausch zwischen dem Büdinger Gymnasium und dem Collegium National Lucian Blaga in Sebes läuft seit einigen Jahren richtig gut. Vom 6. bis 13. September kommen rumänische Schüler nach Büdingen. Wenn vom 20. bis 27. September sieben Büdinger Jugendliche in Begleitung der Lehrer Alfred Franz und Alexander Storch nach Sebes fahren, nehmen sie 1000 Euro für das Kinderheim mit. Erwirtschaftet wurde das Geld von den jungen Leuten von „Schüler helfen“ mit tatkräftigem Einsatz bei Catering und Service bei Veranstaltungen. „Bei der Unterstützung des Kinderheims sehen unsere Austauschschüler, wohin das Geld geht und was damit gemacht wird“, sagt Steffen Krapp, Vorsitzender des Vereins „Schüler helfen“. Das ist bei den anderen beiden Einrichtungen, die unterstützt werden, eine Schule in Kenia und eine in Brasilien, nicht möglich.

Der Verschwisterungsverein hat speziell für das Kinderheim in Sebes ein Spendenkonto bei der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eingerichtet (IBAN DE65 5066 1639 0101 3529 38; BIC GENODEF1LSR, Kennwort „Sebes Kinderhilfe“). Auch der Verein „Schüler helfen“ freut sich über Spenden (VR Bank Main-Kinzig-Büdingen; IBAN DE02 5066 1639 0003 3433 32; BIC GENODEF1LSR. Mit dem Kennwort „Kinderhilfe Sebes“) wird die Spende direkt diesem Projekt zugeordnet, ansonsten werden Spenden und durch Catering erwirtschaftete Gelder für die drei Projekte gedrittelt.

 


 

Kreis-Anzeiger  14.07.2015

Im Herbst eröffnet in Sebes deutsche Schule

PARTNERSTÄDTE Besuch aus Tschechien und Rumänien

 

Mit Büdinger Freunden besuchen die Gäste aus den Partnerstädten die historische Wurstküche – im Bild mit Metzgermeister Fritz Albert (3.v.r.). Foto: Eichenauer

(co). Das siebte Mittelalterfest besuchten auch Freunde aus Büdingens Partnerstädten in Tschechien und Rumänien. Die Veranstaltung in der Altstadt machte ihn richtig Spaß. Zudem hatten die Stadt und der Verschwisterungsverein die Besucher zu Ausflügen in das Keltenmuseum auf dem Glauberg und nach Bad Nauheim eingeladen.

Aus Bruntál im Osten der Tschechischen Republik waren mit Jan Urban und Jan Balog ein Mitglied des Magistrats und des Stadtparlaments gekommen, außerdem Vaclav Frgal, Direktor des technischen Dienstes der Stadt Bruntál, und sein Mitarbeiter Petr Chlapek. Für sie stand am Samstag auch ein Arbeitsgespräch mit einem Vertreter des Büdinger Bauhofs auf dem Programm.

Aus Sebes in Siebenbürgen am Fuße der Karpaten war eine kleine Delegation mit Bürgermeister Adrian Alexandru Dancila und den Stadtverordneten Radu Serbanescu, Ionel Munteanu und Miron Stefanescu angereist. Als Dolmetscher fungierten Ronalt Pfaff und Marcel Guth, für die Tschechen Jana Haberland sowie Elena und Radomir Raszka. Wie Bürgermeister Dancila mitteilte, hatten die Rumänen bei einem früheren Besuch des Büdinger Mittelalterfestes diese Anregung mit nach Hause genommen und feiern seitdem auch ein kleines historisches Fest.

Sebes-Mühlbach ist seit acht Jahren mit Büdingen verschwistert. Die Partnerschaft geht auf die engen Kontakte des Ortsteils Petersdorf mit den Büdinger Dörfern Michelau, Wolferborn und Rinderbügen zurück. Seit dem 13. Jahrhundert leben in Sebes-Mühlbach Siebenbürger Sachsen, von denen insbesondere die älteren Menschen noch heute Deutsch sprechen. Dancila berichtete, dass im Herbst dort eine deutsche Schule von der ersten bis zur zwölften Klasse eröffnet wird, in der alle Fächer in deutscher Sprache unterrichtet werden. Als erste Fremdsprache wird Englisch angeboten.

Fahrt zum Stadtfest

Die freundschaftlichen Kontakte mit Sebes werden im August vertieft, wenn eine kleine Delegation mit Siegfried Wanowski, dem Vorsitzenden des Büdingens Verschwisterungsvereins, den Vorstandsmitgliedern Marcel Guth und Ronalt Pfaff sowie den Stadtverordneten Matthias Kaiser und Wolfgang Faust zum Stadtfest reist.

 


 

Kreis-Anzeiger 25.06.2015

Jugendliche aus Tinley Park wollen am liebsten bleiben

SCHÜLERAUSTAUSCH Zwei Wochen in Büdingen verbracht / Freundschaften sind entstanden

 

An der Leo-Hütte und der Traumwald-Bühne wurden die Gäste aus Tinley Park begrüßt.
Foto: Eichenauer

(co). „We don’t want to go home, we’d like to stay here – Wir wollen nicht nach Hause, wir möchten hier bleiben“, sagten die beiden Schülerinnen Abby Hooker (16) und Jenna Ryan (18) aus Tinley Park, nachdem sie mit weiteren Jugendlichen aus der Büdinger Partnerstadt zwei Wochen in Büdingen verbracht hatten. Sie wohnten bei ihren Austauschpartnern, die im Oktober vergangenen Jahres nach Tinley Park geflogen waren und dort den „American Way of Life“ kennen gelernt hatten. Die jungen Amerikaner, sechs Jungen und neun Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren, sprachen etwas Deutsch, das haben sie in der Schule gelernt. Begleitet wurden sie von ihren Lehrerinnen Erika Lupacchino und Michelle Baynes.

Der zweite Schüleraustausch mit der amerikanischen Partnerstadt hat tiefe Spuren hinterlassen, es sind intensive Freundschaften entstanden. Die Jugendlichen besuchten mit ihren deutschen Freunden den Unterricht am Wolfgang-Ernst-Gymnasium und absolvierten ein Programm, das sie unter anderem nach Frankfurt, in den Hessenpark, nach Weimar oder in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald führte. „Es war atemberaubend und hat die Augen geöffnet. Du lernst da mehr als aus jedem Buch“, sagten Abby Hooker und Charly Rusch. In Weimar besuchten die Amerikaner mit ihren Lehrerinnen und der Büdinger Lehrerin Sabrina Link das Goethe-Haus. „Die Stadt ist fantastisch. Du kannst immer noch den Geist von Goethe spüren“, waren Abby, Charly und ihre Mitschüler überzeugt.

Sabrina Link und ihre WEG-Kollegin Martina Bartel-Herrmann waren im vergangenen Jahr und 2012 mit Büdinger Gymnasiasten zu Gast in Tinley Park. 2013 und jetzt waren sie die Ansprechpartner für die amerikanischen Gäste, dabei wurden sie von Kollegen und Schülern unterstützt. Nach dem ersten Wochenende, das die Amerikaner in ihren Gastfamilien verbrachten, wurden sie von Kindern der siebten Klasse durch die Schule geführt. Am Nachmittag lernten sie die Stadt kennen und waren bezaubert von der reizvollen historischen Altstadt. Der offizielle Empfang durch die Stadt und den Büdinger Verschwisterungsverein fand an der Leohütte statt, anschließend gab es Deftiges vom Grill.

Bürgermeister Erich Spamer und Vereinsvorsitzender Siegfried Wanowski hießen die Gäste aus Tinley Park, mit dem Büdingen seit 25 Jahren verschwistert ist, und ihre Gastgeber willkommen. Sie dankten den deutschen Familien für ihre Bereitschaft, die Jugendlichen aufzunehmen. Ähnliche Worte fand Katja Euler, Fachbereichsleiterin Sprachen am Gymnasium, beim Abschiedsabend am Bollwerk. „Ihre Offenheit und Bereitschaft, den Jugendlichen für zwei Wochen ein Zuhause zu geben, trägt zum Gelingen des Austauschs bei“, sagte sie. Der Abschiedsabend, zu dem Magistratsmitglied Elmar Welling alle Teilnehmer begrüßt hatte, führte die Jugendlichen und die Gasteltern zunächst ins Bollwerk und in den Hexenturm. Danach ging es mit der Schwertkampftruppe des Mittelaltervereins zur Sache: Zunächst trugen zwei Recken in voller Montur einen Schaukampf aus, dann kämpften die Jugendlichen mit dem Schwert gegen Axel Friedersdorf.

 


 

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